Gründung und Eröffnung des PSYCHOANALYTISCHEN KOLLEGS:

 Gründungserklärung:     
  1.

Wir sind eine Gruppe von Psychoanalytikern, die ihre Arbeit an der Lehre Freuds und Lacans orientieren. 
    
  2.

In unserer Arbeit bemerken wir, dass wir auf Fragen stoßen, deren Ergründung wir als Einzelne nicht weit genug vorantreiben können.
  3.



Diese Klärung erreichen wir auch nicht in den verschiedenen – heterogen zusammengesetzten – Assoziationen, denen wir angehören. In diesen gibt es bislang nur vereinzelt Arbeitszusammenhänge ausschließlich für praktizierende Psychoanalytiker.
  4.Wir bemerken, dass jüngere Leute, die vorhaben, die Psychoanalyse in der Position des Analytikers zu praktizieren, und Leute, die schon als Analytiker tätig sind, nach Gelegenheiten suchen, die Verbindung der Freudschen und der lacanschen Lehre in Bezug auf ihre zukünftige oder aktuelle Praxis zu erfahren. Bislang war dies im deutschsprachigen Raum von regionalen Zufälligkeiten abhängig.
  5.Deshalb gründen wir ein »Psychoanalytisches Kolleg« als ein verbindliches Netz von praktizierenden Analytikern dieser Ausrichtung. Es koordiniert verschiedene regionale Lehr- und Forschungsaktivitäten und schafft damit auch Impulse für deren weitere Ausgestaltung.
  6.Die Veranstaltungen beschäftigen sich mit Grundbegriffen der Psychoanalyse, Fallbesprechungen, der Geschichte der Technik, der Klinik und der Theorien der Psychoanalyse. Dazu gehören auch Verknüpfungen mit den für die Psychoanalyse wichtigen angrenzenden Wissens- und Praxisfeldern.
  7.Es ist zudem möglich, Kontrollanalysen bzw. Supervision (in einer Gruppe oder einzeln) zu machen.
  8.
Das Psychoanalytische Kolleg bietet die Möglichkeit, sich psychoanalytisch zu bilden. Einschreiben kann sich, wer anstrebt, die Psychoanalyse in der Position des Analytikers zu praktizieren oder dies schon tut, und wer in anderen Bereichen mit der Psychoanalyse tätig ist oder tätig werden will. Wir setzen voraus, dass jeder Teilnehmer die Erfahrung der Psychoanalyse hat, d. h. selbst eine Psychoanalyse macht oder schon beendet hat. An den Veranstaltungen des Kollegs kann teilnehmen, wer diesen Wunsch darlegt und von einem Aufnahmekomitee aufgenommen wird.
  9.
Es gibt regionale und überregionale Veranstaltungen. Arbeitsgruppen, Seminare, Vortragsreihen und klinische Gruppen finden an verschiedenen Orten statt und laufen über mehrere Monate. Daneben gibt es punktuelle überregionale Veranstaltungen (zentrale Wochen- oder Wochenendseminare, Arbeitstagungen, Sommerschule, ...).
10.
Für die Teilnahme werden Gebühren erhoben.
11.
Mindestens einmal pro Jahr findet ein Plenumstreffen der Teilnehmer und der Lehrenden des Kollegs statt.Die Auswahl aus den regionalen und zentralen Angeboten, deren Kombination sowie die Dauer der Einschreibung bestimmt jeder Teilnehmer selbst. Die Teilnahme an den Veranstaltungen wird bestätigt.
12.
Es ist vorgesehen, dass der Einzelne am Ende seines Parcours eine Arbeit vorstellt. Dies geschieht auf den Plenumstreffen.
13.
Eine Koordinationsgruppe besorgt das Zusammenspiel der verschiedenen Veranstaltungen und Arbeitsgruppen. Die Geschäftsführung erledigt ein Sekretariat
  


      
      
      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25. April 2004

Eckhard Bär (Kassel),
Cristina Burckas (Freiburg),
Ali Fooladin (Hamburg),
Hinrich Lühmann (Berlin),
Michael Meyer zum Wischen (Köln),
André Michels (Luxemburg),
Hans Naumann (Hamburg),
Bettina Noddings (Achern),
Peter Müller (Karlsruhe),
Karl-Josef Pazzini (Hamburg),
Claus-Dieter Rath (Berlin),
Edith Seifert (Berlin),
Johanna Vennemann-Bär (Kassel, Rom)


Für die Gründungsphase wurde Karl-Josef Pazzini zum Koordinator bestimmt. Ihm stehen Eckhard Bär, Hinrich Lühmann, Peter Müller und Claus-Dieter Rath zur Seite.

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