Texte der WERKSTATT für PSYCHOANALYSE ...
Charles Melman: Woran erkennt man eine Assoziation von Analytikern?
Am 29. März 2008 hielt Charles Melman, Gründer der ASSOZIATION LACANNIENNE INTERNATIONALE, auf Einladung der „COSA FREUDIANA“ diese Rede in Rom, in der Villa Mirafiori der Universität „La Sapienza“.
Zunächst muss man eine Sache wissen: eine psychoanalytische Assoziation - das funktioniert, das klappt nie. Und die Frage, die sich stellt, ist, ob wir heute in der Lage sind, eine Assoziation zu gründen, die den Prinzipien der Psychoanalyse entspricht. Noch nie hat eine psychoanalytische Assoziation funktioniert. Warum nicht?
Auszüge aus dem Seminar von Charles Melman: POUR INTRODUIRE A LA PSYCHANALYSE AUJOURD’HUI
Wie heute in die Psychoanalyse einführen
Im Seminar „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse” von Johanna Vennemann-Bär wurde die Freud-Lektüre mit Kommentaren aus dem von Charles Melman gehaltenen Seminar „Wie heute in die Psychoanalyse einführen” ergänzt und beleuchtet.
(S80) … Was ist das, diese uns gemeinsame Angst? Sie besteht aus dem Bedürfnis, dass unser Begehren mit dem des Anderen, des großen Anderen konform sein möge. In anderen Worten, wir brauchen es, dass unser Begehren als das desjenigen ausgemacht wird, den Lacan den großen Anderen nennt, diesen Ort, der von der signifikanten Kette besetzt ist. Wir brauchen diese Konformität, diese Übereinstimmung, damit unser Begehren sich autorisiert fühlt. Um den Preis dieser Legitimation gelangen wir von der Angst zum Frieden.
Um es präziser zu sagen, es ist angebracht, dass wir zusammen mit dem großen Anderen ein Objekt finden, einsetzen, das er als begehrenswert anerkennen würde und das somit gleichzeitig unser eigenes Begehren organisieren würde. Noch anders: dass wir uns mit ihm verbinden, vereinigen, um das herum versammeln, was die Gemeinsamkeit (Gemeinschaft) eines Objekts, das zusammen als begehrenswert bezeichnet wird, wäre. …
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