Ein Seminar von Bernhard Schwaiger

Subjekt und Gesetz

Samstag, 4.  Dezember 2010 von 10:00 – 17:00 Uhr

ORT: Seminarraum Moselweg 27, 34131 Kassel

Die analytische Arbeit im Strafvollzug konfrontiert uns in einer besonderen Weise mit der Tatsache
des gespaltenen Subjekts. Denn sie geschieht im Spannungsfeld zwischen dem bürgerlichen Rechtssubjekt,
das verurteilt wurde, weil es gegen Gesetze verstoßen hat, und dem Subjekt des Unbewussten
(dem Subjekt des Begehrens), das zu strafbaren Handlungen drängt. Im Unbewussten ist, wie
Freud an den Träumen gezeigt hat, alles determiniert, aber für unsere Handlungen sind wir verantwortlich
und werden zur Rechenschaft gezogen. Kant hatte die Gesetze der Menschen im Unterschied
zu den kausalen Naturgesetzen als die Gesetze der Freiheit beschrieben. Der Strafvollzug, der auf die
Anerkennung der Gesetze zielt, zeigt sich in diesem Licht als eine paradoxe Situation: Er entzieht
die Freiheit, um sie zu vergrößern.

Bernhard Schwaiger wird über die theoretischen Implikationen dieser Situation und die praktische Arbeit als Analytiker im Strafvollzug sprechen.

Lektüreempfehlung: Jean Genet: Das kriminelle Kind, Rowohlt Taschenbuch;
Bernhard Schwaiger: Das Begehren des Gesetzes – zur Psychoanalyse jugendlicher Straftäter, 2009, Transcript Verlag

Kostenbeitrag 30,- Euro, ermäßigt 15,- Euro

INFORMATION: Eckhard Bär, Moselweg 27, Kassel Tel. 0561-31 38 42, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.