Werkstattbereich

Psychoanalyse

„Zwei Dinge allein aber ohne ein drittes wohl zusammenzufügen ist unmöglich, denn nur ein vermittelndes Band kann zwischen Beiden die Vereinigung bilden.

Platon, Timaios, 31b–c.*

Die Psychoanalyse entfaltet sich als eine spezifische Praxis zwischen zweien, im Sprechen und Hören der Worte, die sich ihnen und in denen sie sich übertragen.

Die WERKSTATT für PSYCHOANALYSE wird von der Frage der Generation getragen, davon wie das Besondere der Freud’schen Erfahrung in einer Psychoanalyse sich entfalten und weiterleben kann, die einer Funktion, die allen zugänglich ist – dem Sprechen – etwas Besonderes abgewinnt? Indem die Psychoanalyse das Wort aufnimmt und wiedergibt, kümmert sie sich um das, was für die Menschen nicht glatt läuft, um das, was in ihrem Leben hakt, woran sie anstoßen und Anstoß nehmen, an Unbewusstem, das ihnen entgeht. 

Dieses Unbewusste, jenes Nicht-Wissen, fassen wir mit Freud und Lacan als ein jeweils Einzigartiges im kulturellen Diskurs gebundenes Wissen auf, das sich selbst nicht weiß. Als ein Wissen, das zwischen den Subjekten ausstehend, ihren Diskurs und ihr Begehren verursacht und als Frage aufrechterhält.

Gemäß dem Freud’schen Motto: „Wo Es war, soll Ich werden“, schöpft sich in der Psychoanalyse dieses unbewusste Wissen in der Übertagung, unterhalten von den drei großen Leidenschaften, Liebe, Hass, Ignoranz. Vermittels der Analyse der Übertragung versucht die Psychoanalyse die dem Andern adressierten Unterstellungen – von Liebesanspruch, Todeswunsch, Nicht-Wissen und Wissen – der Herrschaft des Realen zu entziehen, sie zu symbolisieren und neue Bildungen des Unbewussten zu ermöglichen.

Wie kann sich eine Psychoanalyse vermitteln, die nicht im Chor sogenannter Experten mitraunt, sondern quer zum allgemein geteilten Diskurs fragt, um dem Unbehagen in der Kultur und im Sozialen folgend, dem Subversiven jenes abzugewinnen, was davon symbolisiert werden kann?

So steht die Frage: Wie kann sich eine Psychoanalyse vermitteln, die einem Wahrheitsbezug und einer Ethik des Begehrens und somit einer Haltung verpflichtet ist, weder dem Begehren nachzugeben, noch im Begehren nachzulassen? Wie können Psychoanalytiker dem Produktiven des Begehrens den Raum offen halten und dem Begehren zu analysieren in ihrer spezifischen „sokratischen Hebammenkunst“ eine Haltung ermöglichen, die einem „begehend-bleiben“ entspricht? 

*Platon, Timaios, 31b–c. ( zit. nach T. BEDORF, ST. HERRMANN, Das soziale Band, 2016.)

Veranstaltungen:

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